Der Bus ist das mit Abstand am häufigsten genutzte Verkehrsmittel in Ecuador. Doch wie in keinem anderen Land in Südamerika, läuft man hier Gefahr Opfer von Diebstählen zu werden. Von allen Backpackern mit denen ich mich in Ecuador unterhalten habe, wurden ca. 75% ausgeraubt bzw. bestohlen. Das klingt enorm viel und das ist es wahrlich auch. Wobei die 75% bestimmt nicht repräsentativ sind, ist es doch bekannt, dass man in Ecuador eine erhöhte Gefahr läuft, Diebstahlsopfer zu werden.

Sichere Busse Südamerika
Fernreisebusse in Südamerika.

Die beliebteste Methode ist entweder die Messer-Methode bei dem der Rucksack aufgeschlitzt wird oder es wird einem gleich der komplette Rucksack entwendet. Selbst wenn man diesen zwischen den Füßen verstaut hat, wird einem der Rucksack gerne zwischen den Beinen unter dem Sitz weggezogen. Obwohl ich viele verschiedene Busse in Ecuador benutzt habe, ist mir jedoch nie etwas passiert. Weil ich folgende Sicherheitstipps für Busreisen in Ecuador konsequent befolgt habe:

1. Den Rucksack nie im Handgepäcksfach verstauen.

Dort kann er viel zu einfach geöffnet oder gar entwendet werden.

2. Den Rucksack nie zwischen den Füßen verstauen.

Stattdessen den Rucksack immer auf dem Schoß haben und am Besten noch eine Jacke darüber legen, während ein Arm durch einen Schulterträger gelegt ist. Gerne wird einem nämlich der Rucksack unter dem Sitz weggezogen.

3. Nicht schlafen.

Das lässt sich natürlich auf Übernachtfahrten nicht umsetzen, aber mit Tipp 2 gesichert, sollte der Rucksack auch im Schlaf meist ausreichend gesichert sein.

4. Nicht zu viel trinken.

Wer viel trinkt, muss öfters auf Toilette. Und in Bustoiletten passt man meist samt Rucksack nicht rein, weshalb dieser dann unbeaufsichtigt auf dem Sitz läge.

5. Auf der rechten Seite des Busses sitzen.

Busse halten immer mal wieder und ab und zu öffnet sich auch das Gepäckfach unter dem Passagierraum. Mit einem Platz auf der rechten Seite des Busses hat man meist einen guten Überblick was ein und was aus dem Kofferraum geräumt wird.

6. Den Platz mit dem geringsten Risiko wählen.

Der beste Platz im Bus um sich gegen Diebstahl zu schützen, ist in der ersten Reihe am rechten Fenster. In diesem Fall wird das Risiko Diebstahlopfer zu werden minimiert, da „nur“ noch die Person neben und hinter einem eine theoretische Chance hätten an den Rucksack zu kommen. Zudem kann man den Kofferraum im Auge behalten.

7. Den Rucksack abschließen.

Ein Vorhängeschluss für den Handgepäcksrucksack ist sicher keine schlechte Idee. Es erzeugt zwar eine gewisse Aufmerksamkeit, aber die hat man als „Gringo“ mit Gepäck sowieso. Das Schloss schützt zu mindestens vor fremden Händen im Rucksack.

8. Öffentliche Busse mit Gepäck nach Möglichkeit meiden.

Einer Bekannten von mir wurde in einem rappelvollen Bus in Quito der Rucksack aufgeschlitzt, obwohl sie ihn auf dem Bauch trug und umklammerte. Laptop und Handy waren weg, während sie nicht mal etwas davon mitbekommen hatte.

9. Einen Moneybelt nutzen.

Warum ihn manch Reisender in Südamerika immer noch nicht nutzt, ist mir ein Rätsel. Im großen Rucksack hab ich meist nur meine Klamotten und nicht-wertvolle Sachen. Im kleinen Rucksack verstaue ich Kamera, Laptop und Ladegerät. Im Moneybelt hingegen sind alle Dinge, deren Verlust meine Reise erheblich erschweren oder sogar beenden könnte. Dazu gehören: Kreditkarten, Reisepass, Versicherungsunterlagen, Bargeld, Handy, etc.

10. Keinen anderen den kleinen Rucksack tragen lassen.

Oft wird einem angeboten, dass jemand den kleinen Rucksack in den Bus trägt. Niemals zustimmen!

11. Den kleinen Rucksack immer mit in den Bus nehmen.

Sollte der Busfahrer behaupten, dass im Innenraum gar keine Gepäckstücke erlaubt sind, sondern alles in den Kofferraum muss, sollte darauf bestanden werden, den Rucksack bei sich zu halten. Im Zweifelsfall diesen Bus nicht nehmen und das Geld zurückholen!

12. Keine Aufmerksamkeit erregen.

Handy, Laptop, etc. am Besten nicht herausholen, sodass man sich nicht selbst irgendwem als Ziel „schmackhaft“ macht. Wer dauernd mit dem iPhone spielt, präsentiert potentiellen Dieben quasi den zu erwartenden „Lohn“.

13. Keine Getränke von dubiosen Verkäufern im Bus kaufen

Busfahrer halten in Südamerika und insbesondere in Ecuador sehr oft an, um Verkäufer an Bord zu lassen. Diese verkaufen dann von „Wunderkeksen“ aus Südkorea, über DVDs bis hin zu Bananenchips und Getränken alles was man sich vorstellen kann. Da man nicht weiß, ob den Getränken etwas zugesetzt wurde, sollte man davon die Finger lassen. Mir ist da schon die ein oder andere komische Geschichte zu Ohren gekommen.

 

Fazit:

Keine Sorge, Taschendiebe suchen sich meistens leichte Ziele ohne großes Risiko. Die Gelegenheit macht oft den Dieb. Wobei man die Situation in Ecuador nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte. Hier hat man es oft mit Profidieben zu tun, die es nicht zu unterschätzen gilt. Mit den oberen Tipps sollte das Gepäck aber so gut gesichert sein, dass man gar nicht erst in das Visier dieser Leute gerät. Von allen Reisenden, mit denen ich mich unterhalten habe und die bestohlen wurden, hatte keiner auch nur einen einzigen Tipp angewandt bzw. gewusst, dass Ecuador besonders gefährdet ist. Genrelle Sicherheitstipps zu Südamerika habe ich zudem hier zusammengefasst.

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